Künstlerportrait Sigi Bußinger 
Portrait Sigi Bussinger
 

Sigi Bußinger: Auf der Suche nach dem „Tierischen Licht“
Wie der gelernte Holzbildhauer zum Licht kam

Wer den Licht- und Performancekünstler Sigi Bußinger besuchen will, findet ihn mitten in München auf dem idyllischen Gelände einer ehemaligen Gärtnerei an den Isarauen.

Eine Lichtkugel aus 1000 Pfandflaschen, die an eine vom letzten Sommer übriggebliebene Pusteblume erinnert, auf dem Vordach begrüßt alle Ankömmlinge. Ein überdimensionaler Torbogen aus beleuchteten blauen Plastikmülltonnen überspannt den schmalen Weg zu den Ateliers, den zum Empfang spielerische Stahlfiguren säumen.

Hier darf die Natur wuchern wie die Kreativität der dort beheimateten Künstler. In den lichtdurchfluteten Gewächshäusern hat sich seit nunmehr 15 Jahren eine internationale Gemeinschaft von Kunstschaffenden unterschiedlichster Disziplinen etabliert.

Vielleicht liegt es an der unmittelbaren Nachbarschaft zu den Münchner Osram – Gebäuden einerseits und dem Münchner Tierpark auf der anderen Seite, die in dem gelernten Holzbildhauer eine besondere Leidenschaft weckte: Die Suche nach dem „Tierischen Licht“!

Seiner Licht–Werkstatt entspringt ein Frosch und fängt den Mond. Leuchtende Fledermäuse flattern. Schildkröten und Nashörner strahlen um die Wette. Über allem schwebt „Mlle Filou“, die charmante Fliege aus Licht, in Lizenz hergestellt von Oligo, für die Sigi Bußinger sogar eine Liebesgeschichte schrieb.

Bei seiner Arbeit geht es dem vielseitigen Künstler nicht nur um eine technisch saubere Lösung. Er versucht vor allem, das Wesen der Tiere zu erfassen. So lässt ihn die Neugier immer mal wieder in selbst entworfene Kostüme schlüpfen, um „sein Tier“ zu erleben.

Märchen und Mythen begleiten sein Spiel, das ihn oft über Jahre hinweg nicht loslässt, bis es Gestalt annimmt – wie seine neueste Lichtinstallation, der „Traum der Regenbogenschlange“: Ein begehbarer Lichtkristall erlaubt dem Betrachter, im Regenbogen zu baden.

(Artikel erschienen in Licht, 04/2004)

Film: Portrait Sigi Bussinger (mpg, 18 mB)